Lorbeerblätter

Lorbeerblätter (Laurus nobilis), getrocknet
Führungskräfte kränzen das Haupt mit ihnen, Normalverbraucher tun sie ins Essen: Lorbeerblätter (Laurus nobilis)
  • ENbay leaves
  • FRlauriers-sauce
  • EShojas de laurel
  • ITfoglie d’alloro

Lorbeerblätter stammen vom Echten Lorbeer (Laurus nobilis) oder Gewürzlorbeer, einer Pflanze aus der Familie der Lorbeergewächse. Sie zählen in unseren Breiten zu den absoluten Standardgewürzen und sind auch in nachlässig sortierten Küchen meistens vorhanden. Während Lorbeersträucher viele Hausgärten des Mittelmeerraums zieren und die Blätter folglich frisch verwendet werden, sind Sie hierzulande vorwiegend in getrockneter Form erhältlich.

In der Küche

Lorbeerblätter mögen wenig spektakulär wirken, leisten aber mehr, als man ihnen ansieht. Wenn Sie nächstes Mal Reis kochen, legen Sie spaßeshalber ein oder zwei Lorbeerblätter in die Flüssigkeit. Falls Ihnen diese Verbindung bislang nicht bekannt war, werden Sie überrascht sein, wie phänomenal die Aromen zusammenpassen und Ihren Reis womöglich nie mehr ohne Lorbeer kochen.

Auch für trockenen Lorbeer gilt: je grüner, desto besser. Sind die Blätter ausgebleicht oder gar braun, haben sie entweder schon einige Jahre auf dem Buckel oder wurden falsch gelagert. Sie sind deswegen nicht verdorben, nur aromatisch passiert eben nicht mehr viel. Allzu viel los ist auch im Mund nicht, wenn Sie auf einem Lorbeerblatt kauen. Milde Bitterkeit macht sich bemerkbar, ein Hauch von Muskatnuss ist zu spüren, alles in allem nichts, weswegen Sie vor Begeisterung ausrasten werden. Lorbeerblätter brauchen die Strecke, sie müssen längere Zeit in einer flüssigen Umgebung verbringen, um ihren Geschmack vollständig abzugeben, der sich dann aber als umso raffinierter und eigenwilliger erweist. Um wirklich auch noch das Allerletzte aus den Blättern herauszuholen, reiße ich sie vor dem Kochen meistens ein – falls Sie das neurotisch finden, würde ich nicht besonders energisch wiederprechen.

Neben dem erwähnten Reis und anderem Getreide gibt es eine ganze Reihe weiterer Speisen, denen häufig und aus gutem Grund Lorbeer mitgegeben wird:

  • Fonds, Suppen und Eintöpfe
  • Tomatensaucen und -suppen
  • Fleisch vom Kalb, Rind, Lamm und Schwein ebenso wie Geflügel, speziell Huhn
  • Marinaden und Beizen
  • Fisch, besonders gedünstet oder pochiert
  • Hülsenfrüchte, allen voran weiße Bohnen
  • Kartoffeln und Gemüse, z. B. Blumenkohl und Sauerkraut
  • Obst, etwa Äpfel, Birnen, Feigen, aber auch Erdbeeren

Lorbeerblätter kommen auch mit vielen Begleitaromen gut zurecht, empfehlenswert sind Paarungen mit Bohnenkraut, Knoblauch, Kümmel, Majoran, Nelken, Petersilie, Piment, Rosmarin, Salbei, Thymian, Vanille und Wacholderbeeren.

Herkunft

Lorbeer wächst überall, wo ein mildes Klima herrscht, sogar in Teilen Deutschlands. Lorbeerblätter im Gewürzhandel stammen in der Mehrzahl der Fälle aus der Türkei, dem mit Abstand wichtigsten Anbauland.