Oregano

Weißbunter Oregano (Origanum vulgare »Country cream«)
Angeblich die wilde Ausgabe des Majorans: Weißbunter Oregano (Origanum vulgare »Country cream«)
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Das Kraut Oregano (Origanum vulgare) wird oft als Wilder Majoran bezeichnet, was den Vorteil bietet, die für deutsche Zungen ungewöhnliche Betonung auf der zweiten Silbe vermeiden zu können. Auch wenn nicht zu erkennen ist, was an Oregano wilder sein soll als an Majoran, ist die hergestellte Nähe insofern begründet, als es sich bei den beiden Kräutern um engste Verwandte handelt – botanisch wie geschmacklich. Oregano und Majoran sind – wie zahlreiche Küchenkräuter – Mitglieder der Familie der Lippenblütler und gehören zudem derselben Gattung Dost (Origanum) an. Dost oder Dorst ist denn auch ein weiterer Trivialname des Oreganos, der allerdings im Verschwinden begriffen sein dürfte.

Die Beschaffung frischen Oreganos im Handel ist mittelschwierig. Sicher, das Kraut ist bekannt und wird entsprechend nachgefragt, weswegen es Bestandteil jedes gut sortierten Kräuterangebotes ist. Seine vergleichsweise kleinen und zarten Blätter machen allerdings schnell schlapp, was dazu führt, dass Sie Oregano – ebenso wie Majoran – im Supermarkt wohl nur selten erhalten. Der Eigenanbau ist unkompliziert und mithin recht erfolgversprechend, zumindest von Mai bis September lässt sich die Versorgung also mit überschaubarem Aufwand organisieren.

Oregano zu trocknen ist okay. Er verliert dabei logischerweise seine Frische, intensiviert aber sein aromatisches Gerüst. Ist es bereits mit frischem Oregano mühelos möglich, ihn zu überdosieren, geht das mit getrocknetem noch schneller, üben Sie sich also in Besonnenheit.

In der Küche

Oregano schmeckt ausgeprägt würzig, leicht bitter und entwickelt ein nachhaltiges Aroma, je nach Sorte und Umgebung der Pflanze kann überdies etwas Schärfe ins Spiel kommen. Die Nähe zum Majoran ist die äußerste, eine Verwechslung wäre keinesfalls verwunderlich, zumal sich beide Pflanzen auch optisch stark ähneln. Im unmittelbaren Vergleich erweist sich Oregano, wenn Sie so wollen, als Majoran mit Geschmacksverstärker (vielleicht ist das ja mit »wild« gemeint), was erfreulich sein kann, wenn Sie nach dem maximalen Kick streben, andererseits wirkt Majoran ungleich eleganter und feinsinniger.

Die schon angesprochene Zartheit des frischen Blatts lässt darauf schließen, dass der Geschmack des Oregano bei aller Deutlichkeit doch ein flüchtiger ist. Geben Sie frische Blätter also erst möglichst spät zur Speise, getrockneter Oregano ist hingegen relativ stabil und entfaltet sich am besten, wenn er mitgegart wird.

Gerichte

  • Als typisches Mittelmeerkraut ist Oregano eine prägende Zutat mediterraner Küchen, genauer: deren kräftiger und pikanter Segmente. Bei Fleisch, Geflügel und Fisch kommt das Kraut am besten zur Geltung, wo es fettreich zugeht und gebraten oder gegrillt wird.
  • Tomaten sind kongeniale Oreganopartner, weswegen Oregano auf der Pizza, in Tomatensaucen und allen anderen Tomatengerichten, inklusive Salaten, breiteste Zustimmung erfährt.
  • Auberginen, (getrocknete) Bohnen, Brokkoli, Gurken, (Sommer-)Kürbis, Paprika, Zucchini und Zwiebeln sind weitere Gemüse, die mit Oregano aufs Beste zurechtkommen.
  • Immer eine gute Wahl sind Kartoffel- und Pilzgerichte sowie Eierspeisen.

Begleitaromen

Probate Begleitkräuter sind Basilikum, Petersilie, Rosmarin, Salbei und Thymian. Ebenfalls nichts schiefgehen kann, wenn Sie Essig, Kapern, Knoblauch, Kreuzkümmel, Olivenöl, Sardellen oder Zitronen mit Oregano zusammenbringen.