Kartoffelsuppe

Kartoffelsuppe, angerichtet, im HIntergrund rohe Kartoffeln
Rustikales Vergnügen an kühleren Tagen: Kartoffelsuppe
  • ENpotato soup
  • FRsoupe aux pommes de terre
  • ESsopa de patatas
  • ITzuppa di patate

Kartoffeln als mehr oder minder prägende Suppeneinlage isst man wohl rund um die Welt, von Kartoffelsuppe im engeren Sinn sprechen wir, wenn zumindest ein Teil der Kartoffeln püriert wurde, und der Suppe damit sämige Bindung verleiht. Zur genauen Position der Kartoffelsuppe auf der Beliebtheitsskala des deutschen Essers gibt es unterschiedliche Zahlen, unstrittig ist, dass sie sehr, sehr weit oben liegt. Da wird es keinen wundern, dass die Kartoffelsuppe als urdeutsch gilt, einige betrachten sie gar allen Ernstes als Teil unserer Leitkultur (was immer das sein mag). Und wie bei vielen »typisch deutschen« Gerichten werden Sie kaum einen Landstrich finden, der ohne eigene Regionalvariante auskommt, die sich zuweilen nur in haarspalterischen Details von anderen unterscheidet.

Ich zerstampfe die Kartoffeln immer selbst mit einem Kartoffelstampfer und nicht mit einer Püriermaschine. So bleiben in der Konsistenz noch immer kleine Stückchen übrig.
Angela Merkel (Mutti)
im volksnahen Periodikum »Bunte«

Historisch verbürgt ist die maßgebliche Rolle, die der französische Pharmazeut und Agronom Antoine Parmentier bei der Verbreitung der Kartoffel in seinem Heimatland gespielt hat, in deren Zuge er unter vielem anderen die Kartoffelsuppe populär machte. Manche Quellen sehen ihn als Erfinder der Suppe, belegen lässt sich diese Einschätzung allerdings nicht. Parmentier hat Kartoffeln nachweislich während seiner Kriegsgefangenschaft im Preußen Friedrichs des Großen kennen- oder wenigstens schätzen gelernt, und es scheint ohne Weiteres plausibel, dass sie im Lager (auch) in Suppen dargereicht wurden. Bevor wir deswegen eilig unseren Alten Fritz hochleben lassen, sei daran erinnert, dass die Kartoffel, als sie im 16. Jahrhundert nach Europa gelangte, schon eine jahrtausendealte Kulturgeschichte in den Anden auf dem Buckel hatte und es äußerst unwahrscheinlich ist, dass in der ganzen langen Zeit niemand auf die naheliegende Idee gekommen sein soll, eine Suppe aus ihr zu kochen.

Zutaten und Zubereitung

Ideale Suppenkartoffeln sind mehlig kochende Sorten. Sollten Sie nur festkochende im Haus haben, können Sie auch die nehmen, aber falls Sie gezielt einkaufen, dann wählen Sie mehlige. Weiterhin benötigen Sie eine Brühe aus Gemüse, Fleisch oder Geflügel. Für eine minimalistische Kartoffelsuppe reichen diese beiden Zutaten bereits aus, mit ein paar Einlagen drin wird sie indessen gewinnen. Zum einen Gemüse wie Zwiebeln, Karotten, Sellerie, Lauch und Frühlingszwiebeln, zum anderen Fleischiges wie Speck und Würste. Wenn Ihnen eine samtigere Konsistenz vorschwebt, geben Sie außerdem Sahne zu, fürs abschließende Feintuning des Geschmacksbildes eignen sich (kräftigere) Kräuter.

Kartoffelsuppe: feingewürfelte Zwiebeln, Karotten und Sellerie werden mit einem Lorbeerblatt angeschwitzt
Kartoffelsuppe, Ansatz: feingewürfelte Zwiebeln, Karotten und Sellerie werden mit einem Lorbeerblatt angeschwitzt
Kartoffelsuppe, angeschwitztes Gemüse mit Brühe ablöschen
Die Suppe ist allmählich erkennbar: Brühe wird aufgegossen
Kartoffelsuppe: Gegarte Kartoffeln werden püriert und in die Suppe gegeben
Die namensgebende Zutat: Gegarte Kartoffeln werden in die Suppe püriert

Die Zubereitung ist kein großer Akt. Sie schälen Kartoffeln und kochen sie gar, in der Zwischenzeit zerkleinern Sie Gemüse, schwitzen es an und geben Brühe zu. Die garen Kartoffeln pürieren Sie entweder nach dem Vorbild unserer Bundeskanzlerin oder wie immer es Ihnen gefällt, solange Sie dabei auf schnell rotierende Geräte wie Stabmixer verzichten, die Ihr Püree in einen klebrigen Gummimampf verwandeln würden. Das Püree geben Sie in die Suppe, die Sie ein paar Minuten durchkochen, bis sich Brühe und Kartoffeln mehr oder weniger homogen miteinander verbinden. Ist die Suppe jetzt zu dick, gießen Sie Brühe nach, bis es passt. So sie im Gegenteil zu dünn ist, haben Sie meistens das Problem, dass die gekochten Kartoffeln alle sind. Schlauer ist es also, mit möglichst wenig Brühe anzufangen, und später zu verdünnen. Wenn alles passt, tun Sie Ihre Würstchen rein, gießen optional Sahne zu und richten die Suppe an.

Kartoffelsuppe: Pürierte Kartoffeln werden mit der Brühe verrührt und sorgen für sämige Bindung
Ab jetzt ist es zweifelsfrei Kartoffelsuppe: Kartoffeln verleihen der Brühe sämige Bindung
Kartoffelsuppe, Einlage aus Frankfurter Würstchen, auch Wiener Würstchen oder Saitenwürste genannt
Nicht unverzichtbar, aber schaden tun sie nie: Saitenwürste, bekannter als Frankfurter / Wiener Würstchen

Rezept

Kartoffelsuppe

4 Personen

  • 1 kg mehlig kochende Kartoffeln
  • 800 + 200 ml Brühe
  • 150 g Zwiebeln
  • 150 g Karotten
  • 150 Knollensellerie
  • 150 g Lauch
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 1/2 EL Thymianblättchen
  • 2 Lorbeerblätter
  • 100 ml Sahne
  • optional: 2 Paar Wiener Würstchen
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss
  • Öl zum Dünsten

Kartoffeln schälen, zerkleinern und garen. Derweil Zwiebeln, Karotten und Sellerie in feine Würfel, Lauch in Ringe oder 1 cm große Blättchen schneiden.

Zwiebeln in Öl bei schwacher Hitze goldgelb dünsten, Karotten, Sellerie sowie Lorbeer zugeben und 3–4 Minuten mitdünsten.

800 ml Brühe zugießen, kurz aufkochen lassen, dann vom Herd ziehen. Kartoffeln pürieren, in den Suppenansatz geben und gut durchrühren.

Lauch und optional die in mundgerechte Stücke geschnittenen Würstchen zugeben. Suppe 5 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis sie eine homogene Sämigkeit annimmt und die Gemüse knapp weich sind. Mit den restlichen 200 ml Brühe die Suppe bei Bedarf verdünnen.

Sahne, feingehackte Petersilie und Thymianblättchen unterrrühren, Suppe nochmal kurz aufkochen und mit Salz, Pfeffer sowie Muskatnuss abschmecken.

Beim Anrichten mit fein geschnittenen Ringen von Frühlingszwiebeln bestreuen.