Apfelküchle

Apfelküchle, auf Teller angerichtet, mit Vanillesauce und Blaubeeeren
Schöne Bescherung: Apfelküchle, in Zimt und Zucker gewendet, mit Vanillesauce und ein paar gesunden Blaubeeren

Wäre ich ein Apfel und könnte mir aussuchen, wie mein irdisches Dasein endet, würde ich mich für den Abgang als fünf oder sechs Apfelküchle entscheiden. Sicher, man schälte mir die Haut vom Leib, stäche meine Eingeweide aus und schnitte mich in Scheiben. Danach würde ich freilich in schaumigen Teig gehüllt, dürfte ein ausgiebiges Bad in heißem Butterschmalz nehmen und mich zum Schluss in Zucker und Zimt wälzen, bevor ich die letzte Reise in ein Verdauungssystem anträte, dessen Inhaber dabei in äußerste Verzückung geriete. Das fände ich jedenfalls stilvoller, als auf einer Streuobstwiese liegend vor mich hin zu faulen, als Saft im Tetrapack zu landen oder wochenlang, eingesperrt in einem Apfelmusglas, vom besinnungslosen Geschnatter aus Supermarktlautsprechern gequält zu werden, mit dem die Kauflaune der Verbraucher angestachelt werden soll. Wäre, fände, Druckverbände: Vermutlich ist es doch angenehmer, Äpfel zu essen, als ein solcher zu sein. In Schwaben passiert das in der Tat recht häufig in Form von Apfelküchle (wobei es auch in der restlichen Welt gang und gäbe ist, von Teig umschlossene Dinge zu braten oder frittieren).

Zutaten und Zubereitung

Sie brauchen zunächst, nun ja: Äpfel eben. Im Idealfall säuerliche, feste Exemplare. Der Ausbackteig besteht aus Mehl, Milch und Eiern, Zucker und einer Prise Salz. Im Grunde ist es ein festerer Pfannkuchenteig, mit der Besonderheit, dass die Eier oft getrennt werden, und das Eiweiß erst zu Schnee geschlagen wird, bevor es in den Teig darf. Die Apfelküchle fallen so um einiges fluffiger aus, funktionieren tut es aber auch mit ungetrennten Eiern (so wie Sie für Pfannkuchen die Eier wiederum problemlos trennen können).

Der weitere Verlauf klang schon an: Äpfel schälen, entkernen, in Scheiben schneiden, durch Teig ziehen und in Butterschmalz ausbacken. Letzteres erweist sich als ein wenig heikel: Ist die Hitze zu hoch, bräunen die Apfelküchle zu schnell, ist sie zu niedrig, werden die Äpfel zu weich. Das ideale Apfelküchle ist außen goldbraun und der Apfel im Inneren zwar weich, aber noch mit Biss und keinesfalls musig. Es hängt nicht zuletzt an der Beschaffenheit des Apfels – gehen Sie verdachtshalber von Dreiviertelhitze aus und braten am besten ein, zwei Probeküchle, bis es passt.

Apfelküchle schwimmen in heißem Butterschmalz, kurz vor dem Wenden
Zeit zum Umdrehen: Apfelküchle in heißem Butterschmalz
Apfelküchle nach dem Wenden, Braten der anderen Seite
Jetzt noch die andere Seite, dann geht es an die nächste Lage

Begleiter

Traditionell werden Apfelküchle als süße Hauptmahlzeit gegessen, als Nachtisch sind sie im Grunde zu schwer. Gleichwohl tauchen sie in den letzten Jahren vermehrt auf Dessert-Karten auf, folgerichtig begrenzt auf ein oder zwei Stück, die dann meistens von Vanille-Eis begleitet werden. Der Heiß-Kalt-Kontrast ist bekanntermaßen prima und die Kühle des Eises relativiert die Wucht des kohlenhydratlastigen Teiges. Dienen sie in ihrer angestammten Form als Hauptmahlzeit, dürfte Vanillesauce der häufigste Begleiter sein. Nicht nur zur Not schmecken Sie ansonsten auch ganz ohne alles ganz wunderbar.

Rezept~18 Küchle

Apfelküchle

  • 3 große Äpfel
  • 100 g Mehl
  • 30 g Zucker
  • 150 ml Milch
  • 1 Prise Salz
  • 2 Eier
  • Butterschmalz zum Braten
  • 3 EL Zimt-Zucker-Mischung (3 Teile Zucker, 1 Teil Zimt)

Mehl sieben, Zucker, Salz sowie Milch zugeben und gut verrühren. 15 Minuten quellen lassen.

Eier trennen, Eigelb unter die Mehl-Milch-Mischung rühren. Eiweiß zu Schnee schlagen und sorgfältig unter die Masse heben.

Äpfel schälen, Kerngehäuse ausstechen, Fruchtfleisch quer in fingerdicke Scheiben schneiden.

Apfelscheiben durch den Teig ziehen und bei Dreiviertelhitze in reichlich Butterschmalz braten.

Auf Küchenpapier abtropfen lassen und in Zucker-Zimt-Mischung wälzen.

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